Warum ESG ein integraler Bestandteil von DANREC ist

Von der beinahe Insolvenz zu einem millionenschweren Geschäft mit recyceltem Kunststoff. Die Geschichte von DANREC zeigt, wie Nachhaltigkeit zu einem Geschäftsmodell wurde – und warum ESG heute ein integraler Bestandteil der Unternehmensstrategie ist.

Wir erwirtschaften Millionen mit Haushalts-Kunststoffabfällen – während andere noch glauben, die grüne Transformation sei teuer. Fahrplatten. Platten, die man auslegt, damit Bagger und schwere Maschinen Rasenflächen, Baustellen und Felder nicht in Schlamm und Fahrspuren verwandeln. Klingt nicht besonders spannend. Und doch werde ich hier in Karup jeden Tag daran erinnert, wie falsch diese Annahme ist.


DANREC produziert Fahrplatten. Punkt.

Aber wir produzieren sie aus 100 Prozent recyceltem Kunststoff. Und wir haben ein Unternehmen aufgebaut, das beweist: Nachhaltigkeit ist kein Kostenfaktor – sie ist ein Wettbewerbsvorteil.

Als ich 2021 als Geschäftsführer einstieg, erzielte DANREC einen Umsatz von rund 30 Millionen DKK und beschäftigte 16 Mitarbeitende. Heute haben wir die Marke von 100 Millionen DKK überschritten, unsere Belegschaft mehr als verdoppelt und arbeiten mit einer Gewinnmarge von über 15 Prozent.

Das ist kein Zufall.

DANREC wurde mit großen Ambitionen gegründet. Anfang der 1990er Jahre sollte das Unternehmen die erste Anlage Dänemarks zur Sortierung von Haushaltskunststoff werden. Mit EU-Fördermitteln, deutschem Kapital und Zusagen der Kommunen sollte die Fabrik in Karup ein grünes Vorzeigeprojekt werden.

Das wurde sie nicht.

Der Kunststoff kam nicht. Die Kommunen lieferten nicht wie versprochen. Die Fabrik stand bereit – ohne Rohstoffe. Über ein Jahrzehnt lang wurde Kunststoffabfall aus Deutschland importiert, in Karup verarbeitet und wieder zurückgeschickt. Das war teuer, ineffizient – und letztlich nicht tragfähig.

2002 zogen die deutschen Eigentümer den Stecker. 27 Mitarbeitende wurden entlassen, die Produktion eingestellt.

Drei Mitarbeitende und eine Maschine blieben in einer Ecke der Produktionshalle zurück. Drei Tage pro Woche produzierten sie Kunststoffplatten für die Landwirtschaft. Nicht aus strategischem Kalkül. Sondern weil es noch Kunden gab. Es war bescheiden.

Aber es hielt DANREC am Leben.

Als die Zeit stehen geblieben war

Als ich fast 20 Jahre später die Leitung übernahm, war klar: Das Unternehmen hatte überlebt – sich aber nicht weiterentwickelt.

Seit 2002 hatte niemand mehr im Geschäftsführerbüro gesessen. Ordner und Archive zeugten von einer Organisation im Stillstand. Kaum IT, keine klare Struktur, keine gemeinsame Richtung.

Aber es gab ein Produkt mit Potenzial. Eine Produktion, die skalierbar war. Und ein Geschäftsmodell, das bereits zirkulär war – ohne das Wort zu benutzen.

Hier begann die Arbeit.

Wir modernisierten Prozesse. Investierten massiv in die Produktion. Baut en eine professionelle Vertriebsorganisation mit lokaler Präsenz in den Exportmärkten auf. Und trafen eine klare Entscheidung: DANREC sollte beweisen, dass man in Dänemark produzieren – und damit Geld verdienen – kann.

Grünes Geschäft – schwarze Zahlen

Heute gehen rund 80 Prozent unserer Produktion in den Export. Wir verkaufen über Händler und Baumarktketten in weiten Teilen Europas. Die Nachfrage wächst, und wir investieren weiter.

In neue Produktionslinien.
In Prozessoptimierung.
In Robotik und Automatisierung.
Und in Daten und KI, wo sie echten Mehrwert schaffen.

Wer in Dänemark produzieren will, findet keine Abkürzungen. Man muss kontinuierlich in Effizienz, Qualität und Skalierbarkeit investieren. Es ist nicht einfach. Aber es funktioniert.

Gleichzeitig stärken wir unser grünes Fundament. Wir produzieren aus 100 Prozent recyceltem Kunststoff. Wir sind durch eigene Solaranlagen und grüne Energieverträge selbstversorgend mit Strom. Und wir dokumentieren unseren Fußabdruck – nicht für den Schein, sondern zur Steuerung.

Unsere Ambition ist klar:

DANREC soll Dänemarks grünstes Produktionsunternehmen werden.

Die Zukunft liegt in Karup

Mein Ziel ist es, innerhalb von fünf Jahren einen Umsatz von über 200 Millionen DKK zu erreichen. Nicht durch Verlagerung ins Ausland – sondern durch Ausbau hier in Karup.

Das bedeutet weitere Investitionen.
Mehr Maschinen.
Mehr Automatisierung.
Und mehr Arbeitsplätze vor Ort.

Andere mögen weiter erzählen, die grüne Transformation sei teuer, kompliziert und abhängig von Subventionen und Ausreden.

Wir machen es anders.
Wir produzieren in Dänemark.
Wir recyceln Kunststoffabfälle.
Und wir verdienen Geld damit.

Henrik Immerkær Ohm
CEO DANREC A/S

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